© Jennifer Eckert

Die Insel Hombroich wird gepflegt, als ob sie nicht gepflegt wird.

Bernhard Korte

Der 21 Hektar große Land­schafts­park im Museum Insel Hombroich umfasst drei Bereiche mit jeweils eigener Sprache und Gebäuden: Den alten Park mit Graubner-Pavillon, Orangerie und Rosa Haus, die Auen­land­schaft mit den begeh­baren Skulp­turen Turm, Labyrinth, Hohe Galerie, Anatol-Atelier und Cafeteria sowie die Terrasse mit Tadeusz-Pavillon, Zwölf-Räume-Haus und Schnecke.

Das von Bernhard Korte in den 1980er-Jahren entwi­ckelte Land­schafts­kon­zept lebt von der fein austa­rierten Balance zwischen Natur­be­las­sen­heit, pfle­ge­ri­schem Eingriff und ästhe­ti­schem Fein­ge­fühl. Aus einem verwil­derten Park und land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen entwi­ckelte der Land­schafts­ar­chi­tekt ein viel­ge­stal­tiges Gelände. Zuge­schüt­tete Altarme der Erft, wie er sie in alten Karten und auf Luft­bil­dern recher­chierte, fügte er mit einem Pump­system zu neuen Wasser­flä­chen zusammen. Aus Äckern wurden Auen­flä­chen mit Kopf­weiden, gesäumt von Wild­blu­men­wiesen, in denen auch prähis­to­ri­sche Pflanzen wie Wasser­hah­nenfuß und Igel­kolben wieder ihren Platz haben.

Im alten Park gedeihen mächtige Bäume, exotische Gehölze sowie zahllose Sträucher und Blumen – darunter wilde Orchi­deen­arten und Märzen­be­cher in seltenem Umfang. Die Terrasse wiederum bleibt mit Walnuss­bäumen, einer Maronen- und einer Linden­allee sowie einem Bauern­garten der jahr­hun­der­te­alten land­wirt­schaft­li­chen Nutzung des Geländes treu.

Am Pfle­ge­kon­zept hat sich bis heute nichts geändert: Es wird so wenig und so behutsam wie möglich in die Natur einge­griffen – und wenn, dann meistens, um die Konkur­renz zwischen einzelnen Pflanzen auszu­glei­chen. Auch der Wandel, das Ster­ben­lassen und Über­gangs­sta­dien wie Samen­stände oder gefal­lenes Laub gehören zur gärt­ne­ri­schen Philo­so­phie.