
Die Insel Hombroich wird gepflegt, als ob sie nicht gepflegt wird.
Bernhard Korte
Der 21 Hektar große Landschaftspark im Museum Insel Hombroich umfasst drei Bereiche mit jeweils eigener Sprache und Gebäuden: Den alten Park mit Graubner-Pavillon, Orangerie und Rosa Haus, die Auenlandschaft mit den begehbaren Skulpturen Turm, Labyrinth, Hohe Galerie, Anatol-Atelier und Cafeteria sowie die Terrasse mit Tadeusz-Pavillon, Zwölf-Räume-Haus und Schnecke.
Das von Bernhard Korte in den 1980er-Jahren entwickelte Landschaftskonzept lebt von der fein austarierten Balance zwischen Naturbelassenheit, pflegerischem Eingriff und ästhetischem Feingefühl. Aus einem verwilderten Park und landwirtschaftlichen Nutzflächen entwickelte der Landschaftsarchitekt ein vielgestaltiges Gelände. Zugeschüttete Altarme der Erft, wie er sie in alten Karten und auf Luftbildern recherchierte, fügte er mit einem Pumpsystem zu neuen Wasserflächen zusammen. Aus Äckern wurden Auenflächen mit Kopfweiden, gesäumt von Wildblumenwiesen, in denen auch prähistorische Pflanzen wie Wasserhahnenfuß und Igelkolben wieder ihren Platz haben.
Im alten Park gedeihen mächtige Bäume, exotische Gehölze sowie zahllose Sträucher und Blumen – darunter wilde Orchideenarten und Märzenbecher in seltenem Umfang. Die Terrasse wiederum bleibt mit Walnussbäumen, einer Maronen- und einer Lindenallee sowie einem Bauerngarten der jahrhundertealten landwirtschaftlichen Nutzung des Geländes treu.
Am Pflegekonzept hat sich bis heute nichts geändert: Es wird so wenig und so behutsam wie möglich in die Natur eingegriffen – und wenn, dann meistens, um die Konkurrenz zwischen einzelnen Pflanzen auszugleichen. Auch der Wandel, das Sterbenlassen und Übergangsstadien wie Samenstände oder gefallenes Laub gehören zur gärtnerischen Philosophie.