Provenienzforschung

Die Geschichte der Sammlung und die Herkunft ihrer Objekte

Die Stiftung Insel Hombroich ist sich ihrer Verant­wor­tung bewusst, die Geschichte der Samm­lungs­be­stände nach­zu­halten. Es geht darum, Standort‑, Besitz- oder Eigen­tums­wechsel zu rekon­stru­ieren, also offen­zu­legen, auf welchem Weg die Objekte in den Besitz der Stiftung gelangt sind. Relevant für eine Prove­ni­enz­for­schung in der Stiftung Insel Hombroich sind insbe­son­dere die Kunst­werke, die vor 1945 entstanden sind, sowie Kunst- und Kultur­ob­jekte aus kolo­nialen Kontexten.

In Zusam­men­ar­beit mit der Koor­di­na­ti­ons­stelle für Prove­ni­enz­for­schung NRW (KPF.NRW), Bonn, werden derzeit ausge­wählte Bereiche der Sammlung unter­sucht.

Mit finan­zi­eller Unter­stüt­zung der Bezirks­re­gie­rung wird aktuell die Geschichte der 40 Khmer-Objekte aus der Sammlung Karl-Heinrich Müller erforscht. Ziel des Projekts ist eine vertie­fende Unter­su­chung der Skulp­turen und der Umstände des Erwerbs im Herkunfts­land sowie deren Nach­ver­fol­gung auf dem Kunst­markt. Darüber hinaus arbeitet die Stiftung bereits mit dem Deutschen Zentrum Kultur­gut­ver­luste (DZK) an einem Projekt zur Aufar­bei­tung von Kultur­ob­jekten aus Ozeanien und Austra­lien sowie an einem soge­nannten „Erstcheck“ im Bereich NS-Raubkunst, um den Bedarf an tiefer­ge­hender Prove­ni­enz­for­schung zu ermitteln.

Erwin Heerich:
Verzeichnis der Werke aus Papier und Karton

Erwin Heerich, Papier und Karton: Sichten, sichern, sichtbar machen

Mit den begeh­baren Skulp­turen im Museum Insel Hombroich und weiteren Gebäuden auf der Rake­ten­sta­tion Hombroich prägt das Werk des Bild­hauers Erwin Heerich (1922–2004) maßgeb­lich das Erschei­nungs­bild des Ortes. Sein künst­le­ri­scher Nachlass, der seit 2010 hier aufbe­wahrt und betreut wird, bildet die Grundlage für das öffent­lich zugäng­liche Werk­ver­zeichnis der Papier- und Karton­werke.

Es wurde im Auftrag der Stiftung Insel Hombroich von Dr. Felix Billeter in Zusam­men­ar­beit mit Dr. Julia Cwojd­zinski erstellt. Mit aktuellen Ergän­zungen und Nach­be­ar­bei­tungen setzte Dr. Silke Röckelein das Werk­ver­zeichnis als Online-Katalog um. Dieser umfasst derzeit etwa 3.900 Kata­log­num­mern, von denen sich die über­wie­gende Zahl im Bestand der Stiftung befindet. Das Werk­ver­zeichnis ist seit August 2024 online.

Unser Dank gilt den zahl­rei­chen Insti­tu­tionen und Sammler:innen, die für das Verzeichnis Werke aus ihrem Besitz gemeldet und Auskunft erteilt haben. Zu Dank sind wir aber vor allem dem Land­schafts­ver­band Rheinland (LVR), der Kunst­stif­tung NRW sowie der Stadt Neuss verpflichtet, die das Projekt durch groß­zü­gige finan­zi­elle Unter­stüt­zung ermög­licht haben. In einem nächsten Schritt sollen die Druck­grafik, Malerei, Textil­ar­beiten, Objekte aus Stein, Messing und Holz diesen Katalog vervoll­stän­digen.

Online-Werk­ver­zeichnis

Forschungsvolontariat:
Werk und Leben Anatols

ANATOL: Aufarbeitung von Werk und Leben des Künstlers unter besonderer Berücksichtigung seiner zentralen Funktion und Bedeutung für Hombroich.

Der Bildhauer, Maler und Akti­ons­künstler Anatol Herzfeld (1931–2019) hinter­lässt einen umfang­rei­chen und viel­sei­tigen Nachlass, der von Fotos, Korre­spon­denzen und Zeitungs­aus­schnitten über seine charak­te­ris­ti­schen bild­haue­ri­schen Werke bis hin zu fili­granen Zeich­nungen reicht. Ab 1982 hatte er im Museum Insel Hombroich ein eigenes Atelier und prägte als eine der Grün­der­fi­guren über 30 Jahre lang Hombroich.

Für das zwei­jäh­rige Forschungs­vo­lon­ta­riat 2023/24 konnte Jana Crone gewonnen werden. Es ist Teil des Programms Forschungs­vo­lon­ta­riat Kunst­mu­seen NRW, welches vom Minis­te­rium für Kultur und Wissen­schaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde und in Koope­ra­tion mit der Heinrich-Heine-Univer­sität Düssel­dorf stattfand. Valentina Vlašić (Samm­lungs­ku­ra­torin, Museum Kunsthaus Kleve) und Prof. Dr. Timo Skrandies (Heinrich-Heine-Univer­sität Düssel­dorf) standen dem Projekt beratend zur Seite.

Forschungsvolontariat:
Redefining De Stijl – Bart van der Leck

Figur, Raum, Abstraktion – Redefining De Stijl: Die Bestände zu Bart van der Leck in der Stiftung Insel Hombroich

Im Besitz der Stiftung Insel Hombroich befinden sich 84 Werke des nieder­län­di­schen Malers und Gestal­ters Bart van der Leck (1876–1958), der neben Piet Mondrian und Theo van Doesburg zu den führenden Pionieren der De Stijl-Bewegung gehörte. Das Forschungs­vo­lon­ta­riat erforschte den Hombroi­cher Bestand erstmals umfäng­lich und widmete sich den damit verbun­denen kunst­theo­re­ti­schen und kultur­his­to­ri­schen Kontexten. Mehr Infor­ma­tionen zum Projekt finden Sie hier.

Das Projekt wurde von 2020 bis 2022 in Koope­ra­tion mit dem Programm Forschungs­vo­lon­ta­riat Kunst­mu­seen NRW der Heinrich-Heine-Univer­sität Düssel­dorf und mit Prof. Dr. Alexander Mark­schies, Lehrstuhl für Kunst­ge­schichte der RWTH Aachen, durch­ge­führt. Die Volon­tä­rinnen waren Kaja Boelcke (1. Jahr) und Maren Klink­hamer (2. Jahr). Die Projekt­för­de­rung erfolgte durch das Minis­te­rium für Kultur und Wissen­schaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Es wurde durch die Ausstel­lung FARBE BILD RAUM. Bart van der Leck im Dialog abge­schlossen.