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Terunobu Fujimori

04. September 202018. April 2021
Ein Stein Teehaus, Raketenstation Hombroich

Ein Stein Teehaus und andere Archi­tek­turen
So 12 — 17 Uhr

Das Ein Stein Teehaus wurde über ein Jahr geplant und reali­siert und bildet nun ein Ausstel­lungs­stück im Maßstab 1:1, welches der Stiftung Insel Hombroich erhalten bleiben wird. Es reflek­tiert die präzise Kenntnis der Geschichte und Prin­zi­pien der Teeze­re­monie sowie deren sehr persön­liche Inter­pre­ta­tion durch den Archi­tekten und Histo­riker Terunobu Fujimori. Dabei wurden vor allem natür­liche Mate­ria­lien wie unbe­han­delte Robi­ni­en­stämme und eine nach tradi­tio­neller Yakisugi-Methode karbo­ni­sierte Holz­ver­scha­lung verbaut.
Ausstel­lung:
Der Architekt Terunobu Fujimori (*1946) hat als Histo­riker geforscht, unter­richtet und publi­ziert, bevor er mit 45 Jahren erste eigene Entwürfe entwi­ckelte. Die wenigen seitdem reali­sierten Projekte finden inter­na­tional starke Beachtung. Bei seinen Teehäu­sern ebenso wie bei den großen Bauten nutzt er natür­liche Mate­ria­lien und grenzt sich mit eigen­sin­nigen Ideen von gängigen Form­spra­chen ab.
Die Ausstel­lung Terunobu Fujimori. Ein Stein Teehaus und andere Archi­tek­turen wurde gemeinsam mit dem japa­ni­schen Archi­tekten entwi­ckelt. Die Auswahl von Projekten konzen­triert sich auf von ihm geplante Teehäuser, insbe­son­dere auf das für die Rake­ten­sta­tion Hombroich entwor­fene Ein Stein Teehaus und seine Entste­hung. Die Teehäuser werden – wie weitere gezeigte Bauten und Möbel – von der Verwen­dung natür­li­cher Mate­ria­lien sowie ihrem Verhältnis zur umge­benden Land­schaft geprägt.
Karl Heinrich Müller, der Gründer von Museum Insel Hombroich, hatte ein beson­deres Interesse an der Teeze­re­monie sowie an Objekten und Kunst­werken aus dem Kontext dieser jahr­hun­der­te­alten Tradition. In der Sammlung der Stiftung finden sich zahl­reiche Teeschalen und andere Gefäße, die im Rahmen von Zere­mo­nien gebraucht wurden. Es wird eine bisher nicht gezeigte Auswahl ausge­stellt.
Terunobu Fujimori verbindet ein sozio­lo­gi­sches Interesse mit einem neo-dada­is­ti­schen Gespür, indem er seit den frühen siebziger Jahren absurde Situa­tionen im japa­ni­schen Stadtraum foto­gra­fisch und zeich­ne­risch festhält. 1986 bildete er gemeinsam mit Genpei Akasegawa, Joji Hayashi, Tetsuo Matsuda und Shinbo Minami die ROJO Society für Roadside Obser­va­tion Studies, in deren Beob­ach­tungen die Ausstel­lung Einblick gibt.

Kuratiert von Frank Boehm mit Leonhard Panzen­böck