Gartenlabyrinth

© Katsuhito Nishikawa/Foto: Jennifer Eckert

Katsuhito Nishikawa, 2007
davor: Janustor, 1998, Michael Growe

“Als Karl-Heinrich Müller sich für Hombroich einen Ort zur Medi­ta­tion wünschte, entwarf ich zu seinem 70. Geburtstag 2006 ein Garten­la­by­rinth auf der Rake­ten­sta­tion.

Das von hohen Beton­mauern umschlos­sene quadra­ti­sche Areal ist von Westen her zu betreten. In seinem Zentrum befindet sich ein ebenfalls quadra­ti­sches, mit Wasser gefülltes Beton­be­cken. Der einzige Weg führt zwischen Beeten als Betonband parallel zu den Außen­mauern ohne Abzwei­gung in die Mitte, aber nicht direkt, sondern in der pendelnden, sich dem Zentrum nähernden und wieder entfer­nenden Bewe­gungs­figur des Laby­rinths durch alle vier Quadranten. Auf solch maximalem Umweg ins Ziel gelangt, gibt es nur die Umkehr, um wieder hinaus­zu­kommen.

Die Erst­be­pflan­zung des Garten­la­by­rinths aus Zier‑, Nutz- und Heil­pflanzen schien zunächst ideal, erwies sich aber im Lauf der Jahre als zu stark­wüchsig: Bald war weder war seine laby­rin­thi­sche Struktur mehr zu erkennen, noch der Weg durch­gängig begehbar. Die Anlage als Medi­ta­ti­onsort geriet schließ­lich zugunsten der klos­ter­gar­ten­ar­tigen Bepflan­zung und Nutzung in Verges­sen­heit.

In der Erkenntnis, wie leicht wir eine Idee über ihrer Reali­sie­rung aus dem Blick verlieren, entschloss ich mich im Jahr 2024, den Medi­ta­ti­onsort für Hombroich wieder­her­zu­stellen. Seine klärende Bepflan­zung mit nied­rig­wüch­sigen Kräutern hat die ursprüng­liche Idee wieder frei­ge­legt.

Ich widme das neue alte Garten­la­by­rinth der Idee, die am Anfang von Hombroich stand.” Katsuhito Nishikawa, 2025