Katsuhito Nishikawa, 2007
davor: Janustor, 1998, Michael Growe
“Als Karl-Heinrich Müller sich für Hombroich einen Ort zur Meditation wünschte, entwarf ich zu seinem 70. Geburtstag 2006 ein Gartenlabyrinth auf der Raketenstation.
Das von hohen Betonmauern umschlossene quadratische Areal ist von Westen her zu betreten. In seinem Zentrum befindet sich ein ebenfalls quadratisches, mit Wasser gefülltes Betonbecken. Der einzige Weg führt zwischen Beeten als Betonband parallel zu den Außenmauern ohne Abzweigung in die Mitte, aber nicht direkt, sondern in der pendelnden, sich dem Zentrum nähernden und wieder entfernenden Bewegungsfigur des Labyrinths durch alle vier Quadranten. Auf solch maximalem Umweg ins Ziel gelangt, gibt es nur die Umkehr, um wieder hinauszukommen.
Die Erstbepflanzung des Gartenlabyrinths aus Zier‑, Nutz- und Heilpflanzen schien zunächst ideal, erwies sich aber im Lauf der Jahre als zu starkwüchsig: Bald war weder war seine labyrinthische Struktur mehr zu erkennen, noch der Weg durchgängig begehbar. Die Anlage als Meditationsort geriet schließlich zugunsten der klostergartenartigen Bepflanzung und Nutzung in Vergessenheit.
In der Erkenntnis, wie leicht wir eine Idee über ihrer Realisierung aus dem Blick verlieren, entschloss ich mich im Jahr 2024, den Meditationsort für Hombroich wiederherzustellen. Seine klärende Bepflanzung mit niedrigwüchsigen Kräutern hat die ursprüngliche Idee wieder freigelegt.
Ich widme das neue alte Gartenlabyrinth der Idee, die am Anfang von Hombroich stand.” Katsuhito Nishikawa, 2025
