Objekte aus dem Museum Insel Hombroich werden grundsätzlich nicht ausgeliehen. So hat es der Museumsgründer und Sammler Karl-Heinrich Müller selbst verfügt: „Es ist Sinn des Museums, den Kunstwerken eine feste Installation und einen endgültigen Standort zu geben.“
Nach reiflicher Überlegung hat sich die Stiftung Insel Hombroich dazu entschlossen, von dieser Vorgabe einmalig abzuweichen. Das Museum der bildenden Künste in Leipzig hat in einem mehrjährigen Forschungsprojekt herausgefunden, dass Corinths Walchensee-Gemälde aus der Sammlung der Leipziger Familie Halberstam stammt, die aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung in die USA emigrieren musste. Das sich heute in Hombroich befindliche Werk konnte in die Emigration gerettet werden und wurde im Juli 1983 von Karl-Heinrich Müller (aller Wahrscheinlichkeit nach aus keinem Unrechtszusammenhang) erworben.
Das Museum der bildenden Künste in Leipzig wird in seiner Ausstellung Vier Wände voller Kunst. Jüdische Familien und ihre Sammlungen in Leipzig vom 30.9.2026 bis zum 31.1.2027 erstmals den bedeutenden Beitrag jüdischer Sammlerfamilien zum kulturellen Leben der Stadt aufarbeiten. Für diese umfassende Präsentation wird die Stiftung Lovis Corinths Gemälde Walchensee, Springbrunnen ausnahmsweise zur Verfügung stellen. In der Zeit von Mitte August 2026 bis Mitte Februar 2026 hängt daher im Labyrinth an dessen Stelle eine fotografische Reproduktion in Originalgröße. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Lovis Corinth
Walchensee, Springbrunnen, 1920
Öl auf Leinwand, 109 x 79 cm
Lovis Corinths Walchensee-Gemälde geht nach Leipzig
21. September 2026