Lovis Corinths Walchensee-Gemälde geht nach Leipzig

21. September 2026

Objekte aus dem Museum Insel Hombroich werden grund­sätz­lich nicht ausge­liehen. So hat es der Muse­ums­gründer und Sammler Karl-Heinrich Müller selbst verfügt: „Es ist Sinn des Museums, den Kunst­werken eine feste Instal­la­tion und einen endgül­tigen Standort zu geben.“

Nach reif­li­cher Über­le­gung hat sich die Stiftung Insel Hombroich dazu entschlossen, von dieser Vorgabe einmalig abzu­wei­chen. Das Museum der bildenden Künste in Leipzig hat in einem mehr­jäh­rigen Forschungs­pro­jekt heraus­ge­funden, dass Corinths Walchensee-Gemälde aus der Sammlung der Leipziger Familie Halber­stam stammt, die aufgrund der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Verfol­gung in die USA emigrieren musste. Das sich heute in Hombroich befind­liche Werk konnte in die Emigra­tion gerettet werden und wurde im Juli 1983 von Karl-Heinrich Müller (aller Wahr­schein­lich­keit nach aus keinem Unrechts­zu­sam­men­hang) erworben.

Das Museum der bildenden Künste in Leipzig wird in seiner Ausstel­lung Vier Wände voller Kunst. Jüdische Familien und ihre Samm­lungen in Leipzig vom 30.9.2026 bis zum 31.1.2027 erstmals den bedeu­tenden Beitrag jüdischer Samm­ler­fa­mi­lien zum kultu­rellen Leben der Stadt aufar­beiten. Für diese umfas­sende Präsen­ta­tion wird die Stiftung Lovis Corinths Gemälde Walchensee, Spring­brunnen ausnahms­weise zur Verfügung stellen. In der Zeit von Mitte August 2026 bis Mitte Februar 2026 hängt daher im Labyrinth an dessen Stelle eine foto­gra­fi­sche Repro­duk­tion in Origi­nal­größe. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Lovis Corinth
Walchensee, Spring­brunnen, 1920
Öl auf Leinwand, 109 x 79 cm