
Auf dem neu erworbenen Gelände der Insel Hombroich baute Karl-Heinrich Müller 1982 für Anatol (bürgerlich Karl-Heinz Herzfeld, 21. Januar 1931 – 10. Mai 2019) eine ehemalige Scheune zu einem Atelier nach dessen Vorstellungen im Stil einer ostpreußischen Bauernkate um. Hier arbeitete der ehemalige Meisterschüler von Joseph Beuys fast täglich an seinen Skulpturen in Stein, Holz und Stahl. Auch nach Eröffnung des Museums führte er diese prägende Präsenz in Hombroich – zumeist gemeinsam mit seiner Frau Erdmute (Misi) – fort und diskutierte leidenschaftlich mit den Besuchenden über Kunst und Politik.
Nach einer ersten Lehre als Schmied in den Nachkriegsjahren wechselte er von 1952 bis 1991 in den Polizeidienst in Düsseldorf (Schwerpunkt Verkehrserziehung) und widmete sich parallel von 1964 bis 1972 einem Kunststudium an der dortigen Akademie. Drei Mal, 1972, 1977 und 1982, wurde Anatol zur documenta in Kassel eingeladen.