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Das Zwölf-Räume-Haus in neuem Licht

05. Juli27. September 2026
Serien:
Zwölf-Räume-Haus, Museum Insel Hombroich

Zur Wieder­eröff­nung des zentralen Ausstel­lungs­pa­vil­lons Zwölf-Räume-Haus wird das Gebäude bis Ende September als begehbare Skulptur von Erwin Heerich in seiner puren Form und ohne die instal­lierte Sammlung zu erfahren sein. In dieser Zeit begegnen die Besu­chenden — über­wie­gend an den Wochen­enden — auch zahl­rei­chen künst­le­ri­schen Inter­ven­tionen. Der Raum selbst, seine klare Ordnung und ein ganz beson­deres Licht bilden den Rahmen für auf den Ort bezogene Beiträge aus Tanz, Perfor­mance und Musik. Im Mittel­punkt des Programms stehen das Flüchtige, aber auch das intensive Erleben des Augen­blicks und die räum­li­chen Struk­turen. Konzi­piert wurde das Programm von Frauke Dannert, Prof. Dr. Sven Hirsch und Prof. Dr. Rainer Nonnen­mann.

Während manches Über­ra­schung bleibt, finden sich nach­fol­gend die langsam wachsende Liste der Projekte und Daten für einen unge­wöhn­li­chen Sommer im Zwölf-Räume-Haus:

 

5. Juli, 14 Uhr
Gustavo Gomes, Perfor­mance
In Tintin­na­bulum thema­ti­siert Gomes gemeinsam mit Davide Degano zeit­ge­nös­si­sche Konstruk­tionen von Männ­lich­keit durch Bewegung und Klang. Das als Duett aufge­führte Werk entfaltet sich als lebendige Skulptur innerhalb der beson­deren Umgebung des Zwölf-Räume-Hauses und lädt die Besu­chenden in einen Raum der Kontem­pla­tion und des Zuhörens ein.

 

12. Juli, 13, 15 und 17 Uhr
Evamaria Schaller, Perfor­mance
Die begehbare Skulptur Zwölf-Räume-Haus wird Takt­ge­berin der Perfor­mance usus, die sich in drei eigen­stän­digen und zugleich mitein­ander verwo­benen Teilen entfaltet. Jede Perfor­mance trägt Elemente der vorher­ge­henden in sich und öffnet einen neuen Raum für Inter­ak­tion. Hand­lungen schreiben sich als sichtbare und unsicht­bare Spuren in den Ort ein.

 

25. und 26. Juli
Thomas Klein, Klang­in­stal­la­tion und Perfor­mance
Es werden für zwei Tage zwölf Sound­cubes in allen zwölf Räumen platziert, die ein mitein­ander korre­spon­die­rendes Klangbild erzeugen. An beiden Tagen finden zusätz­lich zwischen 13 und 17 Uhr stündlich Perfor­mances statt.

 

8. August, 12:30, 14 und 15:30 Uhr
Vokal­or­chester, Vokal­per­for­mance
In ihrem eigens für diesen Anlass konzi­pierten Programm Klang­räume / Raum­klänge erfor­schen die acht Sänger:innen die Reso­nanzen und Energien des Zwölf-Räume-Hauses. Sie starten als ein großer Klang­körper und trennen sich im Verlauf immer weiter auf, um am Ende der Perfor­mance wieder zusam­men­zu­finden.

 

22. August bis 7. September
Ludwig Berger, Klang­in­stal­la­tion
Bei Crying Glacier werden Feld­auf­nahmen vom schmel­zenden Morte­ratsch-Gletscher in den Schweizer Alpen hörbar, die der Künstler über ein Jahrzehnt sammelte. Dafür wurden Unter­was­ser­mi­kro­fone tief in die Glet­scher­spalten hinab­ge­lassen, die wie ein Stetho­skop das Innere des Eises hörbar machen. Hier finden Sie Video­ma­te­rial zu den Aufnahmen.

 

12. bis 27. September
Reinhard Doubrawa, Perfor­ma­tive Instal­la­tion
Für TRIGGER werden sechs säulen­ar­tige, auf Rollen gelagerte Elemente instal­liert, deren Dimen­sionen es gerade noch erlauben, sie durch die vorhan­denen Türöff­nungen der zwölf Räume zu bewegen. Perfor­mativ in Bewegung versetzt, ergeben sich Moment­auf­nahmen von Ordnung und Unordnung – entstehen Konstel­la­tionen wie klassisch zentrale Skulptur, Korridor oder Barriere.

 

12. September, 12 und 17 Uhr
VOTUM, Perfor­mance
Das Duo, bestehend aus Barbara Schachtner (Gesang) und Roger Hanschel (Saxophon, Kompo­si­tion), wird im Rahmen ihrer Perfor­mance Auszüge ihrer Lieder­zy­klen, mit Texten von Simone Weil, Antonin Artaud und Texten aus der Mystik des Chris­tentum, Judentum und Islam, an unter­schied­li­chen Posi­tionen der begeh­baren Skulptur zum Klingen bringen.

 

13. September, 13 bis 17 Uhr
Peter Morrens und Reinhard Doubrawa, Perfor­mance
O/0 ist eine Lang­zeit­per­for­mance über Sprache, Macht und den Versuch, trotz Miss­ver­ständ­nissen Ordnung zu schaffen. Mit Megafonen, Kommandos und typo­gra­phi­schen Objekten ziehen die Künstler die Besu­chenden in ein Span­nungs­feld zwischen Ordnung und Auflösung.

 

20. September, 14 und 16 Uhr
Tessa Knapp, Perfor­ma­tive Inter­ven­tion
In Navi­ga­ting Void unter­sucht Knapp Formen von Wahr­neh­mung und Orien­tie­rung. Dabei bewegt sie sich entlang von Schwellen zwischen Körper und Terri­to­rium, Mensch und Maschine, Natur und Kultur, Sicht­barem und Unsicht­barem. Besu­chende werden dabei von Signalen durch die begehbare Skulptur geführt.

 

26. September, 12 bis 19 Uhr und 27. September, 11 bis 18 Uhr
Richard Siegal/Ballet of Diffe­rence (Staats­theater Nürnberg), Perfor­mance
NEW OCEAN entstand 2019 als Versuch, die Klima­krise physisch wahr­nehmbar zu machen. Sieben Jahre später kehrt das Projekt in eine Welt zurück, in der die Krise nicht mehr schwer zu erkennen ist, und zu einem Gletscher, dessen Verschwinden sich weiter fort­ge­setzt hat. In der speziell für Hombroich entwi­ckelten Ausgabe NEW OCEAN (I know very well… And yet) – Hombroich Ed. · Morte­ratsch Glacier machen Ludwig Bergers Aufnahmen des Glet­schers dessen Knacken, Fließen und Schmelzen hörbar, während täglich model­lierte Schmelz­raten desselben Glet­schers die Choreo­grafie gene­rieren. Das Projekt wird gefördert von der Kunst­stif­tung NRW.

 

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