Gebäude auf der Raketenstation Hombroich

Raketenstation Hombroich_Übersicht

Siza Pavillon
Architektur: Álvaro Siza mit Rudolf Finsterwalder, 2006-2009,
Ausstellungs- und Kongressräume,
Erwin Heerich-Archiv, Räume für Fotografie

Der Siza Pavillon auf der Raketenstation Hombroich liegt  versteckt hinter einem Wall. Die Räume des Hauptgebäudes gruppieren sich U-förmig um einen Innenhof. Zwei sich gegenüber liegende großflächige Panoramafenster gewähren vom Hauptraum aus einen gerahmten weiten Blick in die Landschaft. Diese Offenheit steht in einem überraschenden Kontrast zu der kompakten Geschlossenheit, die den Besucher beim ersten Anblick des Gebäudes empfängt. Wie die Heerich-Bauten wurde der Siza Pavillon aus alten Ziegeln gemauert. 

Museum Insel Hombroich; Raketenstation Hombroich; Haus für Musik Architektur: Raimund AbrahamAbraham Bau
Architektur: Raimund Abraham
Baubeginn: 2006, Fertigstellung der Fassade: 2013

Mitte der 1990er Jahre besuchte Raimund Abraham (1933-2010)  Hombroich. Das Gebäude sollte neben Wohn- und Übungsräumen für Musiker und Komponisten auch einen Kammermusiksaal, ein Tonstudio und eine Musikbibliothek aufnehmen. Abrahams Bestreben bei dem Entwurf des Gebäudes war es, eine Architektur zu schaffen, die sich in der Formgebung der Skulptur nähert. Das steil geneigte Dach scheint wie eine Scheibe über dem Bau zu schweben. Die Grundidee des Entwurfs ist ein Kreis mit einem eingeschriebenen gleichseitigen Dreieck.  Eine Spitze des  Dreiecks weist auf den Turm der Raketenstation.

Kloster
Architektur: Erwin Heerich, 2000-2001
Möbel: Oliver Kruse und Katsuhito Nishikawa
Gästehaus und Tagungsgebäude

Unter den Heerich-Bauten im Kulturraum Hombroich nimmt das Kloster eine Sonderstellung ein. Es ist kein monolithisches Gebäude, sondern ein Gebäudeensemble, das sich axialsymmetrisch um einen Innenhof in Form eines H gruppiert. Das Zentrum des Ensembles markiert ein Baum inmitten eines rechteckigen Blumenbeetes. Die Gebäude werden durch eine gemeinsame umlaufende Außenmauer zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefasst.
Im Kloster können Räume gemietet werden.

Fontana Pavillon
Architektur: Erwin Heerich, 1998-2000

Der Fontana Pavillon ist das erste Gebäude, das Erwin Heerich auf der Raketenstation baute. Der Name bezieht sich auf ein frühes Terrakotta-Wandrelief (1952) des italienischen Künstlers Lucio Fontana (1899-1986), das Karl-Heinrich Müller schon früh für seine Sammlung erworben hatte. Das Relief mit dem Titel „Sole“ besteht aus vielen einzelnen Terrakotta-Platten und ist fest in die Wand integriert. Es stellt als zentrales Motiv die Sonne dar, am rechten Rand zeigt es das geflügelte Pferd Pegasus als Symbol der Inspiration. Unter dem Relief steht eine Basaltskulptur von Erwin Heerich, die ursprünglich für eine Kirche geplant war. Als Grundriss des Gebäudes entstand eine asymmetrische Kreuzform. Beleuchtet wird der Bau durch schmale, Wand hohe Fenster in den inneren Ecken des Raumes und durch die verglaste schmale Eingangsfront.

Turmbunker – Thomas Kling ArchivTurmgebäude
Ehemaliges NATO-Gebäude
Thomas Kling Archiv – Institut für Dichtung
Atelier und Wohnhaus

Der ehemalige NATO-Turm fällt dem Besucher beim Rundgang gleich zu Beginn ins Auge. Um die Geschichte dieses speziellen Geländes und damit die Wandlung zu einem Ort der Kultur auch in Zukunft weiter ablesbar bleiben zu lassen, wurde der ehemals militärische Turm in seiner Form belassen und in die Landschaft eingebettet. Der Dichter Thomas Kling, die Künstlerin Ute Langanky sowie der Komponist Christoph Staude richteten sich 1994 ihre Arbeits- und Lebensräume in dem Gebäudekomplex ein.

FIH/ Field Institute Hombroich
Architektur: Katsuhito Nishikawa, 2001/2006
Ausstellungsraum für Gastkünstler

Vier Seecontainer, die tunnelartig von einem Erdwall umgeben werden, bilden einen 50 m langen und 2,50 m breiten Raum, der für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst genutzt wird. 

 

one-man house
Architektur: Oliver Kruse und Katsuhito Nishikawa, 1995/96
Gästehaus für das Stipendienprogramm Hombroich : Fellowship Literatur

Das einzellige Bauwerk mit Badezimmer und Veranda reduziert das Thema Haus auf das Wesentliche – inhaltlich wie konstruktiv. Dem Ideal der „Urzelle“ als menschliche Behausung, ergänzt durch die dazugehörigen Nebenräume, entspricht die stilistische Reduktion auf die knappe architektonische Detailsprache der konstruktiv-statischen Themen wie freie Stützen und gesondertes Dach.

Archivgebäude und Bibliothek
Architektur: Erwin Heerich, 1999-2000

Aus der Ferne gesehen scheint das Gebäude im Begriff, von der Landschaft abzuheben. Der zweigeschossige Baukörper basiert auf einem quadratischen Grundriss. Die Gebäudeteile umschließen ringförmig ein offenes Atrium. Im Erdgeschoss sind zwei diagonal gegenüber liegende Ecken herausgeschnitten. Durch das Atrium hindurch geben sie den Blick frei auf das Gelände auf der anderen Seite des Gebäudes.
Der Entwurf des Gebäudes geht auf eine bereits vorhandene Skulptur Erwin Heerichs zurück. Das Gebäude fasziniert durch ein  Wechselspiel von Leichtigkeit und Masse, Licht und Schatten, Offenheit und Geschlossenheit.

Wohnhaus
Architektur: Erwin Heerich, 1999-2001

In seiner Form erinnert das Gebäude an eine Kartonplastik Heerichs aus dem Jahr 1964. Ein flacher quadratischer Grundkörper umschließt ringförmig ein inneres offenes Quadrat. Der quadratischen Öffnung in der Mitte der quadratischen Gebäudeseiten entsprechen zwei sich gegenüberliegende großflächige Fenster, durch die man von außen durch das Gebäude hindurch sehen kann. Je nach Lichteinfall verwandeln sie sich in glänzende Spiegelflächen, die das Abbild der umgebenden Landschaft reflektieren. 

Klostergarten
Obst, – Gemüse- und Kräutergarten
Architektur: Katsuhito Nishikawa, Gartenanlage: Burkhard Damm, 2006 – 2007
geöffnet von Mai bis Oktober, sonntags, 11 Uhr bis 17 Uhr

Das Herz des Gartens ist das Labyrinthus Mundani amoris (Labyrinth der Weltliebe). Die Ordnung der Anlage geht zurück auf einen Holzschnitt von Matteo Silvaggi aus dem Jahr 1542. Endpunkt des Labyrinths und zugleich Mittelpunkt des Gartens ist ein Wasserbecken, Sinnbild des Lebens und zugleich Quelle für die hier kultivierten Pflanzen.
In der Tradition alter Klostergärten wird im hier mit Pflanzen aus aller Welt experimentiert. Der Klostergarten ist ein Ort der Ruhe und inneren Einkehr.

Veranstaltungshalle
Ausbau des ehemaligen NATO-Gebäudes: Claudio Silvestrin, 1994
Möbel: Oliver Kruse und Katsuhito Nishikawa

In der Veranstaltungshalle finden regelmäßig Konzerte, Lesungen, Symposien und Ausstellungen statt.

 

 

 

 

domus aurea
Architektur: Dietmar Hofmann, 1997

Lehmbau ohne Fenster mit einem – auf der unteren Seite mit Blattgold – belegten Dach. Das Gebäude wurde als Portrait des Ortes unter Berücksichtigung geomantischer Kriterien geplant.

Werkstatt
ehemaliges NATO-Gebäude

 

 

 

 

LANGEN FOUNDATION, Raketenstation Hombroich,  Architektur: Tadao AndoLangen Foundation
Architekt: Tadao Ando (2004)
Ausstellungs- und Veranstaltungsort

Als der japanische Architekt Tadao Ando auf Einladung Karl-Heinrich Müllers kurz nach dem Kauf der Raketenstation den Ort zum ersten Mal besuchte, war er von dem einzigartigen Kunst- und Kulturerlebnis sofort fasziniert. 1995 entwarf er spontan die Pläne für ein Gebäude. Dieser Entwurf gefiel der Kunstsammlerin Marianne Langen so gut, dass sie Ando 2002 beauftragte, die Pläne zu einem Ausstellungshaus zu überarbeiten.
2004 wurde die Langen Foundation als eigenständige Institution im Kulturraum Hombroich eröffnet.