Yuri Ancarani
La Malattia del Ferro 

Haus für Musiker, Raketenstation Hombroich
Eröffnung am Sonntag, 23. April 2017, 12 bis 17 Uhr
23. April bis 5. Juni 2017
Freitag bis Sonntag und feiertags, 12 bis 18 Uhr
Zur Art Cologne geöffnet am Mittwoch, dem 26. April 2017, und Donnerstag, dem 27. April 2017, 12 bis 18 Uhr.
Künstlergespräch am Sonntag, 7. Mai 2017, 11 Uhr 

Die Stiftung Insel Hombroich zeigt die Trilogie La Malattia del Ferro des italienischen Künstlers Yuri Ancarani. Die drei Filme Il Capo (2010), Piattaforma Luna (2011) und Da Vinci (2012) werden auf der Raketenstation Hombroich im Haus für Musiker zu sehen sein, das damit erstmalig nach seinem Innenausbau der Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Die Trilogie widmet sich dem Verhältnis von Mensch und Maschine in drei unterschiedlichen hochspezialisierten Arbeitswelten. Il Capo, der erste Film der Serie, porträtiert die Arbeit in ei­nem Marmorsteinbruch auf dem Monte Bettogli bei Carrara in den Apuanischen Alpen. Mit der Eleganz der Präzision dirigiert der Vormann (il capo) vor der Kulisse weißer Marmorwände Bagger(‑fahrer) beim Abbruch der großen Steinblöcke. Piattaforma Luna beobachtet in einer Überdruckkammer am Grund des Ionischen Meers den Alltag von sechs Tiefseetauchern, die dort drei Wochen am Stück für die Gasgewinnung arbeiten. Der Film Da Vinci lenkt den Blick in das Innere des menschlichen Körpers. Ancarani zeigt hier die inneren und äußeren Schritte mehrerer laparoskopischer Operationen, die mit Da Vinci, einem Roboter für chirurgische Ein­griffe, durchgeführt werden. Während der Operateur an einer Konsole mit Hilfe einer Kamera die Vorgänge im Körper des Patienten steuert, nehmen Da Vincis mechanische Arme die ei­gentliche Operation vor.

Die dreimalige Variation wiederkehrender Handlungen im Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine legt besonderes Augenmerk auf die präzisen Gesten und Bewegungen bei der Handhabung der Maschinen. Die inhaltliche Wiederholung findet ihre Entsprechung in der Bildstruktur und korrespondiert mit einer Ästhetik der Reduktion und Fokussierung. In kühlen Farben gehalten, sind die Bilder vorwiegend symmetrisch aufgebaut und inhaltlich auf das Wesentliche reduziert.

Dokumentation und Kunst zugleich, kann die Trilogie La Malattia del Ferro als Allegorie der Bemächtigung bis hin zur Ausbeutung und Zerstörung von Natur gelten. Gleichzeitig wirken die Menschen wie Heroen – Helden dreier oft tückischer Arbeitswelten, deren Gefahren sie sich im Verbund mit ihren Maschinen täglich aufs Neue stellen.

Die drei Filme werden in einem Gebäude des Architekten Raimund Abraham (1933–2010) auf der Raketenstation Hombroich gezeigt. Ursprünglich als Haus für Musiker konzipiert, wirkt es wie ein bauliches Pendant zu den abgeschlossenen Welten der Trilogie: Nach außen herme­tisch, eröffnet es in seinem Inneren einen geschützten Raum, in dem gemäß Hombroich künstlerisches Leben und Schaffen Hand in Hand gehen sollen.

Trailer zu Il Capo

Wir danken den Förderern:

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Fotografische Inkunabeln aus der Sammlung Kahmen I+II

Räume für Fotografie, Siza Pavillon
Raketenstation Hombroich
Eröffnung am 23. April 2017, 12 bis 17 Uhr
23. April bis 20. August 2017 (Teil I)
Freitag bis Sonntag und feiertags, 12 bis 18 Uhr
Mittwoch, dem 26. April 2017, und Donnerstag, dem 27. April 2017, 12 bis 18 Uhr.
Ab 9. September 2017 (Teil II)

Die Stiftung Insel Hombroich eröffnet eine neue Ausstellungsreihe, die sich klassischen wie zeitgenössischen Positionen der Fotografie widmet. Den Auftakt macht die zweiteilige Ausstellung Fotografische Inkunabeln aus der Sammlung Kahmen I+II, die Höhepunkte der Fotografiegeschichte von der historischen Fotografie bis heute zeigt, darunter auch fotografische Arbeiten bildender Künstler, die dieses Medium gelegentlich genutzt haben.

Die beiden aufeinanderfolgenden Ausstellungen zeigen Arbeiten von Berenice Abbot, Eugène Atget, Pidder Auberger, Roger Ballen, Cécile Bauer, Bernd und Hilla Becher, Walker Evans, Hans-Peter Feldmann, Bernhard Fuchs, Frank Gaudlitz, David Octavius Hill, André Kertézs, Ernst Ludwig Kirchner, Henry Moore, Simone Nieweg, Thomas Pöhler, Tata Ronkholz, August Sander, Oskar Schlemmer, Stephen Shore, Kiki Smith, Otto Steinert, Martin Streit, Thomas Struth, Wols, Ulrich Wüst und andere.

Volker Kahmens Grundlagenwerk Fotografie als Kunst (1973) wurde in vier Sprachen übersetzt. Der Großteil seiner fotografischen Sammlung wurde 1984 vom Getty Museum (Los Angeles) erworben, bis auf wenige Stücke, von denen er nicht bereit war, sich zu trennen. Sie bilden den Grundstock der heutigen fotografischen Sammlung Kahmen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Wir danken den Förderern:

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Rückblick: Wechselausstellungen der Stiftung Insel Hombroich